NHL 21 Review – schnallt die Schlittschuhe an

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Es ist wieder so weit, Zeit für eine neue Review. Dieses Mal habe ich mich für euch aufs Eis gewagt und EA’s NHL 21 unter die Lupe genommen.

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EA’s NHL 21 erschien am 16. Oktober für PlayStation 4 und Xbox One und ist der mittlerweile 30. Ableger der NHL Spieleserie. Dieses Jubiläum war für mich Grund genug, mir das Spiel (endlich) selbst anzusehen. Vorab sei gesagt, meine Berührungspunkte mit NHL-Spielen lassen sich wohl an einer Hand abzählen. Hin und wieder bei Freunden ganz casual ein bisschen angezockt – das war‘s dann auch schon wieder. Doch nun war es so weit: mein erstes eigenes NHL-Spiel. Aber wie ist das eigentlich, so als kompletter Neuling erst mit NHL 21 in das Franchise einzusteigen? Das und mehr erfahrt ihr in dieser Review.

Die ersten Schritte am Eis

Mein erstes Mal NHL 21: Spiel erhalten, Fenster aufgerissen und Schal um den Hals (für das Feeling ;) ), PlayStation gestartet und schon ging es los. Gleich zu Beginn gab es dann bereits die erste positive Überraschung. Bevor man in NHL 21 so richtig loslegt, bietet einem das Spiel erstmal an, ein Training zu absolvieren. Für mich als kompletten Anfänger war das die perfekte Gelegenheit, mich langsam mit dem Spiel vertraut zu machen. Angefangen mit den absoluten Basics wie simplen Pässen, bis hin zur richtigen Nutzung des Skill Stick um gegnerische Spieler auszutricksen. Im Training bekommt man einen guten ersten Überblick über die Spielmechaniken.

Los geht’s

Nach dem Training fühlte ich mich schon recht gut vorbereitet und stürzte mich sofort in mein erstes Spiel. Schnell wurde mir klar, dass die im 1v1 Training erlernten Moves in einem richtigen Spiel dann doch etwas schwieriger auszuführen sind als gedacht. Der CPU-Gegner macht ordentlich Druck und ehe man sich versieht, schießt der Puck schon wieder auf das eigene Tor zu. Dann eben zurück ins Training und einen neuen Versuch starten – wieder nichts. Das schrie nach drastischen Maßnahmen.

Grundsätzlich gehöre ich ja zu der Sorte Gamer, die sich aus Prinzip weigert, ein Spiel auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad zu spielen. Für diese Review habe ich dann jedoch meinen Stolz runtergeschluckt, bin über meinen Schatten gesprungen und habe es getan: Schwierigkeit „Rookie“. Anders als erwartet, war der Unterschied meiner Meinung nach jedoch kaum spürbar. Aus reinem Interesse habe ich mich also in die entgegengesetzte Richtung vorgewagt und einmal die anderen, höheren Schwierigkeitsgrade ausprobiert.

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Mit fünf verschiedenen Schwierigkeitsgraden bietet NHL 21 hier eine (scheinbar) sehr umfangreiche Auswahl. Um die Auswahl tatsächlich als umfangreich bezeichnen zu können, müsste der Unterschied zwischen den einzelnen Stufen jedoch deutlicher spürbar sein. Ja, ein Unterschied ist feststellbar, nur ist dieser meiner Meinung nach zu gering. Also liebe Entwickler: es wäre in meinen Augen völlig okay, wenn sich die KI auf dem Schwierigkeitsgrad „Rookie“ zumindest genauso bescheuert anstellt, wie ich selbst es am Anfang tat. Dafür darf mich der CPU-Gegner auf „Allstar“ dann auch so richtig fertig machen. Tatsächlich bewegen sich alle Schwierigkeitsgrade jedoch irgendwo zwischen diesen beiden Extremen.

Was NHL 21 bietet

In den darauffolgenden Tagen habe ich versucht, mich durch den enormen Umfang zu arbeiten, den NHL 21 mit sagenhaften 15 auswählbaren Spielmodi bietet. Wie andere EA-Sports Titel, bietet auch NHL 21 mit Be-a-Pro einen Karrieremodus, in dem ihr euren eigenen Spieler an die Spitze führen könnt. Neben den Spielen, in denen ihr selbstverständlich euren Spieler steuert, gibt es auch abseits des Spielfelds allerhand soziale und berufliche Entscheidungen zu treffen, die sich auf eure Karriere auswirken.

Fans von Statistiken und Zahlenkolonnen steckt der Franchise Modus in die Rolle des Managers. Es gilt, Budget-Limits einzuhalten, mithilfe von Scouts neue Spieler im Auge zu behalten und zur richtigen Zeit die richtigen Entscheidungen zu treffen, um verschiedene Ziele zu erreichen.

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World of CHEL beinhaltet eine Auswahl verschiedener Spielmodi wie Ones 1v1v1 und und Threes 3v3. Diese lassen die realistische Hockeysimulation hinter sich und gehen auch durch vereinfachte Regeln eher in Richtung Arcade. Ein Ranglistensystem sowie die Möglichkeit, sich mit Freunden zu einem Club zusammenzuschließen und gemeinsam in Spielen anzutreten, machen den Modus sehr attraktiv. Belohnungen für Spiele selbst sowie verschiedene Herausforderungen sorgen für zusätzliche Motivation. Das Beste daran ist, dass der Modus World of CHEL zudem völlig ohne Mikrotransaktionen auskommt.

Die dunkle Seite von EA

Was uns auch schon direkt zum nächsten Thema bringt. Wie viele EA-Sports Titel verfügt auch NHL 21 wieder über einen Ultimate Team-Modus. Dieser ist wieder ganz nach dem klassischen „Wer die meisten Packs kauft, bekommt die besten Spieler“-System aufgebaut und scheut sich auch nicht, dies zu zeigen. Bereits beim Starten des Modus erscheint vor dem Startbildschirm ein Pop-Up, welches uns auf die neuesten Deals aufmerksam macht. Die erste Seite des Starbildschirms wird dann zu ca. 50% von einem Werbebanner mit den aktuellen Angeboten eingenommen. Packs werben damit, dass in ihnen „mindestens 20 Spieler der Stufe 80+“ enthalten sind. Das System, welches bereits seit Jahren an EA-Sports Titeln kritisiert wird, ist auch hier wieder in all seiner Pracht vertreten.

Es darf natürlich auch kurz erwähnt werden, dass alle Packs auch mit der InGame-Währung gekauft werden können. Diese erhält man durch abgeschlossene Spiele, der Teilnahme an Turnieren und Herausforderungen.

Neben den beschriebenen Spielmodi gibt es noch zahlreiche Möglichkeiten zu trainieren, in ein schnelles Spiel einzusteigen, sich mit Freunden zu messen und mehr.

Grafik

Grafisch ist NHL 21, naja…sagen wir mal in Ordnung. Optisch ist das Spiel sicherlich nicht schlecht, aber halt auch nicht wirklich beeindruckend. Allzu genau sollte man die Spieler nicht mustern, da einem doch immer wieder gestalterische Mängel auffallen. Auch die Jerseys der einzelnen Spieler entwickeln mitunter ein faszinierendes Eigenleben und fallen dadurch immer wieder auf. Den Blick ins Publikum sollte man sich jedoch nach Möglichkeit zur Gänze ersparen. Was sich hier grafisch abspielt, hätte die Community eventuell vor 10 Jahren noch beeindruckt – heute kann man hier nur noch den Kopf schütteln. Es wäre eventuell von Vorteil gewesen, sich hier ganz realitätsnah an den leeren Zuschauerrängen des Jahres 2020 zu orientieren.

Sound

Wie wir es bei EA von zahlreichen anderen Spielen kennen, kann auch NHL 21 beim Soundtrack wieder punkten. Eine tolle Auswahl an stimmungsvollen Tracks begleitet uns durch das gesamte Spiel. Die Titel sind gut aufeinander abgestimmt und sorgen für ein tolles Feeling.

Fazit

NHL 21 ist sicherlich eine gelungene Eishockey-Simulation. Es ist auch heute kompletten Neulingen noch möglich, einen guten Einstieg in das Franchise zu finden. Die Schwierigkeitsstufen könnten sich jedoch stärker voneinander unterscheiden, um anfangs besser Fuß zu fassen und sich anschließend steigern zu können. Aktuell ist es für Neulinge gerade anfangs schwierig sich die doch etwas komplexe Steuerung anzueignen, was einem schon mal den letzten Nerv rauben kann. Die Arcade-Aspekte und Belohnungen der World of CHEL sind wirklich gelungen und motivieren sowohl alleine als auch gemeinsam mit Freunden zum Weiterspielen. Der Ultimate-Modus ist nun ja…eben der Ultimate-Modus. Manchen gefällt es vielleicht, vielen nicht – doch bei EA interessiert das anscheinend sowieso niemanden. Grafisch bewegt NHL 21 sich im akzeptablen Bereich, der Großteil ist nett anzuschauen, an Fehlern mangelt es jedoch auch nicht. Wie von EA gewohnt, werden wir auch beim Hockey spielen von einem tollen Soundtrack begleitet. Unter der großen Auswahl von Spielmodi ist sicher für jeden etwas dabei, somit können Hockey-Fans und Interessierte bei NHL 21 sicherlich nicht viel falsch machen.

NHL 21

6.9

Umfang

8.0/10

Atmosphäre

7.0/10

Gameplay

6.5/10

Story

6.5/10

Grafik

5.5/10

Sound

8.0/10
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